Kulturelles & Sehenswürdigkeiten für Ihren Urlaub in Kappl
“Ad Capellam”, so lauten die ersten urkundlichen Erwähnungen in lateinischer Sprache über Kappl. Das entsprechende Wappen dazu zeigt eine schwarz /silberne Kapelle auf schwarzem Grund. Der tiefe Glaube der armen Bevölkerung im lawinengefährdeten Paznaun, die weit verstreuten Gehöfte und Weiler mit den langen Kirchwegen haben es mit sich gebracht, dass so viele kleine Andachtsstätten entstanden, in denen Nachbarschaften sich zum Gebet trafen.
Diese Bildstöcke, Kapellen, Kreuzwege, Calvarienberge sind nicht tote Denkmäler einer vergangenen Zeit, sondern sind Zentren und Bindeglieder der kleinen Siedlungen, in denen sie stehen. Sie sind eingebunden in das tägliche Leben durch das Läuten der kleinen Glocke am Morgen, Mittags und zum Feierabend, beim Sterben eines Mitbewohners und beim Rosenkranz, der für ihn in der Kapelle gebetet wird. Prozessionen und Bittgänge gehen zu ihnen hin, die Maiandacht im Weiler erspart den weiten Kirchweg und in der Fastenzeit beten die Leute den Kreuzweg.
Sie werden in den Kapellen, besonders in den größeren, schöne Barockaltäre und Figuren aus dieser Zeit sehen. Sie stammen größtenteils von heimischen Künstlern, besonders von Johann Ladner aus Kappl. Dann werden sie bemerken, dass der überwiegende Teil der Skulpturen und Bilder die Muttergottes darstellt, die von den Paznaunern hochverehrt wird und die fast alleinige Ansprechpartnerin in leiblichen und seelischen Nöten darstellt. Dass ihre Abbildungen oft süßlich, weichlich sind, entspricht dem einfachen Volksempfinden. Diese Heiligtümer sind umgeben von einer großartigen Landschaft. Mit den Dächern, Häusern und Städeln der Weiler verliert sich das strahlende Weiß der Kapelle über den Turm und die Berge im Blau des Himmels und gibt den Blick frei für die Unendlichkeit.



